LUDWIGSBURG | 26.06.2021

Gelungener Start des EAK Ludwigsburg in die politische Diskussion ­ ­ ­

ARD-Sendung greift unsere Podiumsdiskussion auf 

Neulich hörte ich, Jens Wätjen, einen spannenden Podcast von einem der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands, Prof. Manfred Spitzer, der sich darin zum Thema "Glück ist ..." äußerte. Seine Erkenntnis: Menschen lassen sich im Wesentlichen über zwei Dinge zu Verhalten motivieren: Entweder über Angst oder über Lust, wobei die Angst stärker sei. Gerade in der politischen Diskussion und Lenkung von Gesellschaften, scheint mir das ein wichtiges Thema zu sein. 

Der Mensch habe hierzu, so hieß es, zwei Zentren, das Angstzentrum und das Glückszentrum, die man beide an einem Gehirn auch lokalisieren könne. Auf der einen Seite steht das lymbische System, das uns mit Ängsten steuert und uns voller Druck dazu bringt, bestimmte Entscheidungen zu treffen - meistens schnell zu laufen. Auf der anderen Seite steht das neuronale Belohnungssystem unseres Gehirns, das uns zum Beispiel dazu bewegt, eine Sprache zu lernen oder den Schulabschluss, die Führerscheinprüfung oder andere Herausforderungen hinter uns zu bringen. Hier ist der Antrieb die Erwartung, dass sich unser Leben verbessern wird. Die Haupttriebkraft dahinter ist das Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Auch hierzu gibt es ein Zentrum in unserem Gehirn, was derzeit erforscht wird. Die Glücksforschung ist in aller Munde, denn sie ist die Alternative zur Triebkraft der Angst.

An diesen Vortrag musste ich am letzten Freitag denken, als wir vom EAK Ludwigsburg mit drei hervorragenden Politikern unserer Partei zusammensaßen und über die etwas andere K-Frage diskutierten, den Klima- und Umweltschutz. "Wie sehr brennt die CDU für Klima- und Umweltschutz?" hatten wir etwas pointiert getitelt. Klimaschutz, so hieß es dort aus aller Munde, sei eine Grundfrage unserer Existenz und der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Die Aussichten seien sehr negativ, wenn wir nichts ändern, daher ist es nachvollziehbar, wenn Menschen mit Ängsten reagierten. Allerdings stehen demgegenüber mindestens ebenso viele Menschen, die eben genau dann Ängste hätten, wenn in unserem komplexen gesellschaftlichen System größere Umstellungen vorgenommen werden. Ängste prallen anscheinend aufeinander. Die Diskussion scheint uns als EAK emotional sehr belastet. Wir haben einen Auftrag verspürt, Frieden und Perspektive zu schaffen und miteinander zu sprechen, um gemeinsam vorwärts zu kommen. Statt dem lymbischen System, war also das neuronale System gefragt, mit der Chance, etwas Großes für die folgenden Generationen zu schaffen. 

In der Diskussionsrunde war schnell klar: Über das Ziel sei man mit nahezu allen Parteien unseres Landes einig, nur zum Weg dahin, sei es der CDU wichtig, maximal effizient zu sein. Bevormundung und das Arbeiten mit Verboten und Ängsten sei ein Irrweg und könne das Erreichen des Gesamtziels gefährden. Wenn Menschen sich bevormundet fühlten, könne das schnell zu Gegenreaktionen führen, die dem Ziel entgegenlaufen und das Erreichen des Gesamtziels gefährdeten. Zudem schwächten mögliche Gegenreaktionen die Performance ohne Not. Die besten Ergebnisse erreiche man in einer Volkspartei wie der CDU immer über das Erstellen eines schlüssigen Gesamtkonzeptes, das alle wichtigen Parameter und die Interessen der Bevölkerungsgruppen beinhalte. 

Es gab bei unserer Diskussion sehr engagierte Statements zum Klimaschutz von drei führenden CDU-Mitgliedern Baden-Württembergs und bundesweit: Steffen Bilger, MdB und Staatssekretär, Katharina Burger, Mitglied im Bundesvorstand der Jungen Union, sowie Dr. Bernd Villhauer, stv. Vorsitzender des EAK Landesverbandes Baden-Württemberg. Alle drei betonten klar, dass die Leidenschaft und Kompetenz im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sich aus dem "C" ableite, der christlichen Wurzel der Partei. Alle drei bekannten sich klar zur Einhaltung der Klimaziele und von der Vertreterin der Jungen Union hieß es gar, dass sie einen Umbau zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft anstrebe. Die Pariser Klimaziele und die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 °C müssten unbedingt erreicht werden, waren sich alle einig. 

Die größten Chancen sahen die drei Politiker aus unterschiedlichen Altersgruppen im Miteinander und in der Motivation, gemeinsam etwas Großes zu schaffen. Es kommen spannende Jahre und große Umstellungen auf uns zu, das sei nicht im Angstmodus zu schaffen. Es sei existenziell wichtig, die Wähler mitzunehmen, sie zu motivieren und nicht sie zu zwingen oder Ängste zu schüren. Zudem könne die CDU als Regierungspartei ab September 2021 am besten auch andere Länder inspirieren. Ein Gesamtkonzept für unsere Gesellschaft, das sowohl die soziale Frage als auch eine vitale Wirtschaft berücksichtige, sei für die CDU ohne Alternative. Die CDU stehe für realistische Lösungen im marktwirtschaftlichen Rahmen, hieß es.  

Die wichtigsten Positionen des Abends haben wir in diesem 12-minütigem Video auf unserem neuen YouTube-Kanal zusammengefasst (bitte den Link anklicken) für diejenigen zusammengestellt, die nicht dabei sein konnten.  TIPP: Es lohnt sich sehr, hier reinzuschauen! 

ARD-Sendung greift unsere Podiumsdiskussion auf 

Wir freuen uns sehr, dass von unserer ersten öffentlichen Diskussionsveranstaltung am Sonntagabend im ARD-Magazin "Bericht aus Berlin" berichtet wurde. Der "Bericht aus Berlin" kann hier unter diesem Link, nachgeschaut werden, ab Minute 14:30 beginnt der Beitrag mit unserer Beteiligung. 

Am Montag wurde schließlich das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU veröffentlicht, das Sie unter diesem Link herunterladen können. Ab Seite 15 können Sie die ambitionierte umweltpolitische Einstellung von CDU und CSU nachlesen. Einiges wird Ihnen aus diesem Newsletter bekannt vorkommen. Armin Laschet schreibt dazu: "Wir werden dafür sorgen, dass Deutschland nach der Pandemie mit einem Modernisierungsjahrzehnt durchstarten kann: mit Wachstum und wirtschaftlicher Stärke, mit guten und sicheren Arbeitsplätzen, mit einem wirksamen und innovativen Klimaschutz, mit einer modernen Verwaltung und mit einem konsequenten Eintreten für einen starken Rechtsstaat. Ich möchte mit ganzer Kraft dafür arbeiten, dass wir ein klimaneutrales Industrieland werden, das Wirtschaft, Ökologie und soziale Sicherheit miteinander verbindet." 

Wir sind als EAK Ludwigsburg sehr dankbar für einen guten Start in die politische Diskussion in der aktuellen Vorstandskonstellation. Wir nehmen ihn dankbar als gutes Vorzeichen für weitere engagierte Vorträge und Diskussionen, die in den nächsten Monaten und Jahren auf uns warten.

Wir wollen uns als EAK Ludwigsburg wahrnehmbar in die Politik einbringen und dabei Missstände verändern sowie Menschen Halt und Orientierung geben, die aus unserem christlichen Menschenbild der Bibel gespeist wird. Wir, die Organisatoren und Vorstandsmitglieder Dr. Jens Bürgin und Jens Wätjen sind hoch erfreut über die Entwicklung und freuen uns auf die nächsten Herausforderungen und Themen. 

Auch in den nächsten Monaten wird bei uns im EAK Ludwigsburg eine ganze Menge los sein:

- Am Sonntag, 22. August um 10:30 Uhr werden wir, sofern es rechtlich möglich ist, erstmals einen Open-Air-Gottesdienst für Politiker und Politikinteressierte aus Ludwigsburg und Umgebung veranstalten. Der Gottesdienst wird vom EAK Ludwigsburg gemeinsam mit der evangelischen Seestraßengemeinde Ludwigsburg durchgeführt. 

- Im Anschluss an den Gottesdienst findet, nach einer kurzen Pause, ein Vortrag des stellvertretenden Präsidenten des Europaparlaments, Rainer Wieland, zum christlichen Menschenbild in der Europäischen Union statt. Tragen Sie sich diesen Termin gerne schon in Ihren Kalender ein. Alles Weitere werden wir hier in den nächsten Wochen bekannt geben. Beide Veranstaltungen sind Teil der beliebten Veranstaltungsreihe "CDU-Sommer" im Kreisverband Ludwigsburg. 

- In der ersten Oktoberwoche bietet der EAK Ludwigsburg einen Vortrag mit anschließender Diskussion zu der Fragestellung "Deutschland ohne Gott? - Der säkularisierte Staat als Chance und Verantwortung" mit Dr. Gesine Berthold, Richterin am Verwaltungsgericht Stuttgart an. 

„Dein Reich komme, wie im Himmel, so auf Erden!“ Dieser Satz aus dem Vaterunser beschreibt den Auftrag Jesu an seine Nachfolger, alle Bereiche der Gesellschaft zu gestalten. Wie können Christen dieses Mandat in einem Staat leben, der nicht „christlich“ ist und es auch nicht sein will? Behindert die weltanschauliche Neutralität des Staates gläubige Menschen, die Gesellschaft zu prägen? Und ist das Bemühen, die Gesellschaft im Sinne der Bibel zu verändern, in einem säkularisierten Staat überhaupt legitim? 
Der Vortrag skizziert das Verhältnis zwischen Staat und Religion aus historischer und verfassungsrechtlicher Sicht und erläutert, warum gerade der säkularisierte Staat einen einzigartigen Freiheitsrahmen bietet, um das biblische Mandat zur Gestaltung der Gesellschaft umzusetzen. Der Vortrag möchte gläubige Menschen zu einem selbstbewussten politischen Engagement ermutigen. 

Die Referentin: Dr. Gesine Berthold ist Richterin am Verwaltungsgericht Stuttgart und seit 2021 Mitglied im Vorstand des EAK Ludwigsburg. Mit ihrem Mann und den vier Kindern lebt sie in Ditzingen.

Wenn Sie monatlich über unsere Veranstaltungen und Initiativen informiert werden möchten, dann tragen Sie sich gerne hier in den Verteiler ein.

Vielen Dank! 

Ihr Vorstandsteam vom EAK Ludwigsburg 

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